Unter dem Titel „Growing Together“ fand am 21. Jänner 2016 am Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaften (ITAT) in Graz ein interaktiver Workshop zum Thema Zusammenarbeit mit Übersetzungsagenturen statt. Gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden des ITAT Graz setzte MEINRAD.cc als Vertreter der Austrian Association of Translation Companies (AATC) sich zum Ziel, herauszufinden, wie die AATC das ITAT und in weiterer Folge dessen Studierende tatkräftig beim Einstieg in die Berufswelt unterstützen kann.

Eröffnung eines ehrlichen Dialogs

Schon zu Beginn des etwa eineinhalb Stunden dauernden Workshops wurden die etwa 30 Teilnehmenden aktiv in das Programm mit eingebunden, indem sie anhand eines Brainstormings ihre eigenen Assoziationen zu Übersetzungsagenturen darlegen konnten. Vor allem negative Assoziationen wie „Ausbeuterisch“, „Preisdumping“, „Unbezahlte Praktika“ oder „Keine Chance als StudentIn” standen im Vordergrund, wobei schnell klar wurde, dass nicht nur die Meinungen über Übersetzungsagenturen stark auseinandergehen, sondern dass auch Unklarheiten über die Arbeiten und Aufgaben solcher Agenturen herrschen.

Das Ziel, eine ehrliche und offene Diskussionsgrundlage zu schaffen, wurde hiermit erreicht: Anhand der darauffolgenden spannenden Gespräche konnten bereits einige Inputs gesammelt werden, wie österreichische Übersetzungsagenturen besser mit Universitäten zusammenarbeiten und den Studierenden die Arbeit in einer Agentur näherbringen können.

„Verdient man in Übersetzungsagenturen wirklich weniger? Bekommt man eine Fixanstellung oder wird man nur gebraucht, wenn neue Aufträge anstehen? Kann man hier nur als Übersetzer arbeiten oder gibt es auch noch andere Aufgabenbereiche?“

Viele Fragen blieben offen, deren Beantwortung den Rahmen dieses Workshops gesprengt hätte, die jedoch das Interesse weckten, mehr über die Arbeit in einer Agentur zu erfahren. So wurden in einer zweiten Diskussionsrunde Ideen gesammelt, was unternommen werden kann, um die Zusammenarbeit zwischen den Studierenden und österreichischen Übersetzungsagenturen zu stärken. Die Ideen für eine bessere Zusammenarbeit waren vielfältig. Während sich beispielsweise einige Anwesende mehrere Workshops und Seminare wünschen, würden andere die Vernetzung zwischen Universitäten und Unternehmen anhand von gemeinsamen Plattformen (Foren, Websites etc.) begrüßen. Ganz großen Anklang fand auch die Anregung, den Studierenden anhand von Praktika, Informationsveranstaltungen oder auch einem Tag der offenen Tür den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern. Zu guter Letzt wurden noch einige Wünsche geäußert, außer den übersetzerischen Fähigkeiten auch noch weitere „Skills“ zu erlernen, die im Berufsleben von Bedeutung sind. Stichwörter wie Betriebsführung, Buchhaltung und Projektmanagement spielten hierbei eine Rolle.

Der Beginn einer vielversprechenden Zusammenarbeit

Der sehr aufschlussreiche und spannende Workshop endete schließlich mit der Erkenntnis, dass seitens der Studierenden großes Interesse an weiterführenden Aktivitäten dieser Art vorhanden ist. Nun gilt es, die Ergebnisse dieses Workshops aufzuarbeiten, einige an diesem Abend aufgetretene Fragen aufzugreifen und mit der Planung für weitere Veranstaltungen zu beginnen. Der erste Schritt zu einer Zusammenarbeit wurde getan und der Dialog zwischen den österreichischen Übersetzungsagenturen und Universitäten geöffnet.

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